Ratgeber

Vergütungsmodelle im Vergleich: CPS, Revshare, CPL, CPC und CPM

Das Vergütungsmodell entscheidet, wofür Sie zahlen und wer das Risiko trägt. Dieser Vergleich ordnet die fünf gängigen Modelle ein, mit typischen Einsatzfeldern, Schutzmaßnahmen und Beispielwerten aus der Provisora-Demo.

Kurz gefasst

Für
Geschäftsführung, Marketing
Lesezeit
ca. 6 Minuten · 10 Abschnitte
Stand
08.10.2026 · codehero GmbH

CPSRevshareCPLCPCCPM

Die Grundfrage: Wofür wollen Sie bezahlen?

Jedes Modell setzt an einer anderen Stelle des Trichters an. Je näher die Vergütung am Umsatz liegt, desto geringer ist Ihr Risiko, aber desto weniger Partner finden das Angebot attraktiv, die nur Aufmerksamkeit liefern können. Je weiter vorn Sie bezahlen, desto größer ist das Missbrauchsrisiko und desto wichtiger werden Kontrollen.

Alle Zahlenwerte in diesem Beitrag sind Beispielwerte aus der Provisora-Demo. Sie sind keine Marktdurchschnitte und keine Empfehlung für Ihre Konditionen.

Pro Verkauf (CPS)

Der Partner erhält eine Provision je bezahlter Bestellung, entweder als fester Betrag oder als Prozentsatz vom Netto-Warenkorb. Im Beispiel sind es 8 % netto, mit 14 Tagen Clearance gegen Stornos.

Geeignet für: Onlineshops und Online-Akademien. Vorteil: Sie zahlen nur für tatsächlichen Umsatz. Nachteil: Partner mit Inhalten weit oben im Trichter gehen leer aus, weil der Kauf oft woanders stattfindet. Wichtig ist eine klare Definition, was eine zählende Bestellung ist, und wie Retouren und Gutscheine behandelt werden.

Umsatzbeteiligung (Revshare)

Der Partner wird an jeder Zahlung des vermittelten Kunden beteiligt, bei Abos typischerweise an jeder Monatsrechnung. Im Beispiel sind es 20 % auf jede Monatsrechnung, 12 Monate lang, gespeist aus Stripe-Billing-Events, auch bei Upgrades.

Geeignet für: SaaS, Abos und Mitgliedschaften. Vorteil: Das Interesse des Partners deckt sich mit dem langfristigen Kundenwert. Nachteil: Über Monate entstehen viele kleine Positionen, und die Kosten laufen weiter. Ein Laufzeit-Cap macht sie kalkulierbar. Ein sauberes Ledger und ein monatlicher Sammel-Lauf sind hier Pflicht.

Pro Lead (CPL)

Vergütet wird jede qualifizierte Anfrage, unabhängig vom späteren Abschluss. Im Beispiel 35,00 € je Lead, etwa für eine Dachanalyse-Anfrage.

Geeignet für: Lead-Plattformen in Handwerk, Solar und Versicherung, generell überall dort, wo der Abschluss offline oder verzögert erfolgt. Vorteil: Der Partner kennt sein Ergebnis früh. Nachteil: Qualitätsstreit. Legen Sie fest, wann ein Lead als qualifiziert gilt und wann Sie ihn ablehnen dürfen. Dubletten-Fenster, Review-Hold und Tages-Cap je Partner sind die gängigen Schutzmaßnahmen.

Pro Klick (CPC)

Bezahlt wird jeder gültige Klick auf den Tracking-Link. Im Beispiel 0,40 € je gültigem Klick, höchstens 500 vergütete Klicks pro Tag.

Geeignet für: Content-Seiten, Vergleichsportale und Newsletter, die Reichweite bringen. Vorteil: Einfach zu verstehen und für Partner planbar. Nachteil: Klicks sind leicht zu fälschen und sagen nichts über Kaufabsicht. Bot-Erkennung, Dubletten-Fenster, Frequenz-Limits und eine Quarantäne für neue Partner sind unverzichtbar, ebenso ein Tages-Cap.

Pro 1.000 Einblendungen (CPM)

Der Partner erhält einen festen Betrag je 1.000 ausgespielter Einblendungen, etwa eines HTML5-Banners. Im Beispiel 2,50 € bei einem Monats-Cap von 200 €.

Geeignet für: Publisher mit eigenen Werbeflächen und Markenkampagnen. Vorteil: Reichweite lässt sich direkt einkaufen. Nachteil: Der geringste Bezug zum Geschäftsergebnis und das höchste Manipulationsrisiko. Im Mittelstand ist CPM meist eine Ergänzung, selten das Kernmodell.

Kurzvergleich

Was in der Praxis bei der Wahl hilft, in Stichworten:

  • CPS: geringstes Risiko für Sie, hohe Zuordnungsqualität, passt zu Shops.
  • Revshare: bindet Partner langfristig, höhere Komplexität in der Abrechnung, passt zu Abos.
  • CPL: gut kalkulierbar, braucht klare Qualitätsregeln, passt zu Anfrage-Geschäften.
  • CPC: niedrige Hürde für Partner, hoher Kontrollaufwand.
  • CPM: Reichweite statt Ergebnis, strenge Caps nötig.

Modelle kombinieren: je Partnertyp

Sie müssen sich nicht auf ein Modell festlegen. Ein Newsletter-Betreiber arbeitet vielleicht mit CPL, ein Content-Partner mit CPS, ein Influencer mit einem Festbetrag plus Revshare. Provisora kennt alle fünf Modelle je Partner und führt sie in einem Ledger und auf derselben Gutschrift. Das Beispiel der Demo-Gutschrift zeigt alle fünf Modelle in einem Abrechnungsmonat; sie finden es im Gutschrift-Beispiel.

Beginnen Sie mit wenigen Modellen. Jede zusätzliche Regel erhöht den Erklärungsaufwand gegenüber Partnern und die Fehleranfälligkeit in der Abrechnung.

Schutzmechanismen, die zu jedem Modell gehören

Unabhängig vom Modell sollten Sie festlegen, wie lange Provisionen zurückgehalten werden (Clearance, im Standard 14 Tage), wie neue Partner gehandhabt werden (Quarantäne), welche Ereignisse zur Prüfung angehalten werden (Review-Hold) und welche Obergrenzen gelten (Caps). Die Details beschreibt die Seite Clearance und Betrugsschutz.

Die Regeln gehören in die Partner-AGB. Nur so können Sie später Provisionen kürzen, ohne dass der Vorwurf der Willkür entsteht.

Auswirkungen auf Abrechnung und Buchhaltung

Alle Modelle münden in dieselbe Abrechnung: Positionen im Ledger, monatliche Gutschrift, Auszahlung. Die Unterschiede liegen im Volumen. Revshare und CPC erzeugen viele Positionen, CPS und CPL weniger. Das Gutschriftverfahren erklärt der Ratgeber Gutschrift im Affiliate-Marketing; die steuerliche Behandlung klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.

Ihre eigenen Szenarien können Sie mit dem Rechner durchspielen. Für ein Gespräch über Ihr Programm ist die Demo der kürzeste Weg.

Nächster Schritt

Aus dem Wissen ein Programm machen.

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